GERMAN-FOREIGN-POLICY.com Informationen zur deutschen Außenpolitik: Nachrichten + Interviews + Analysen + Hintergründe

  • „Geleb­te Mit­mensch­lich­keit“
    am Frei­tag, 21. Juni 2024 um 21:18

    (Eige­ner Bericht) – Die Bun­des­re­gie­rung hat den gest­ri­gen Welt­flücht­lings­tag mit wei­he­vol­len Wor­ten kom­men­tiert und par­al­lel Plä­ne zur Abwehr sowie zur Abschie­bung von Flücht­lin­gen vor­an­ge­trie­ben. „Alle“ Flücht­lin­ge ver­dien­ten „Schutz und die vol­le Soli­da­ri­tät der Welt­ge­mein­schaft“, ließ sich Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze zitie­ren; „Enga­ge­ment für Flücht­lin­ge“ sei „geleb­te Mit­mensch­lich­keit“. Gleich­zei­tig zieht Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser, um Flücht­lin­ge künf­tig im gro­ßen Stil aus dem Land zu schaf­fen, das „Alba­ni­en-Modell“ in Betracht. Die­ses wird in Kür­ze von Ita­li­en prak­ti­ziert wer­den und sieht vor, dass Flücht­lin­ge Asyl­an­trä­ge nur noch in Lagern außer­halb der EU stel­len dür­fen, aus denen man sie nach Ableh­nung ihres Antrags umge­hend abschie­ben kann. Wäh­rend die Men­schen­rechts­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Lui­se Amts­berg, behaup­tet, Deutsch­land ste­he „fest an der Sei­te der Men­schen, die auf Hil­fe ange­wie­sen sind“, schie­ben Koope­ra­ti­ons­part­ner Ber­lins und der EU Flücht­lin­ge erbar­mungs­los in die Wüs­te ab, wo sie ver­durs­ten. Laut Recher­chen der BBC sind Flücht­lin­ge von EU-Grenz­be­am­ten sogar ins Mit­tel­meer gewor­fen wor­den, wo sie ertran­ken.

  • Milei auf Euro­pa­rei­se (III)
    am Don­ners­tag, 20. Juni 2024 um 19:09

    (Eige­ner Bericht) – Argen­ti­ni­ens Prä­si­dent Javier Milei wird an die­sem Wochen­en­de zunächst in Ham­burg mit einer Medail­le einer ultra­rech­ten Orga­ni­sa­ti­on aus­ge­zeich­net, dann in Ber­lin von Kanz­ler Olaf Scholz mit mili­tä­ri­schen Ehren emp­fan­gen. Wie die Bun­des­re­gie­rung mit­teilt, wird Scholz mit Milei über wirt­schafts­po­li­ti­sche The­men ver­han­deln. Die deut­sche Wirt­schaft hat Inter­es­se an den Lithi­um­vor­rä­ten und am Poten­zi­al für erneu­er­ba­re Ener­gien in Argen­ti­ni­en und lobt Mileis Reform­pa­ket, das ver­gan­ge­ne Woche vom Senat in Bue­nos Aires ver­ab­schie­det wur­de und nun nur noch end­gül­tig von der Abge­ord­ne­ten­kam­mer abge­seg­net wer­den muss. Es sieht hoch­at­trak­ti­ve Ver­güns­ti­gun­gen für aus­län­di­sche Inves­to­ren vor und beinhal­tet zugleich eine dras­ti­sche Dere­gu­lie­rung etwa der Arbeits­ge­set­ze – zu Las­ten der argen­ti­ni­schen Bevöl­ke­rung, die nur weni­ge Mona­te nach Mileis Amts­an­tritt bereits dra­ma­tisch ver­armt und in Mas­sen dage­gen pro­tes­tiert. Milei, der Argen­ti­ni­en poli­tisch exklu­siv an den Wes­ten bin­den will und auch die Wirt­schaft des Lan­des mit Nord­ame­ri­ka und West­eu­ro­pa zu ver­kop­peln sucht, unter­stützt dort jeweils Par­tei­en der äußers­ten Rech­ten, dar­un­ter in Spa­ni­en Vox und die neue For­ma­ti­on Se Aca­bó La Fies­ta („Die Par­ty ist vor­über“).

  • Auf dem Weg in die Straf­zoll­schlacht
    am Mitt­woch, 19. Juni 2024 um 20:55

    (Eige­ner Bericht) – Vor der Rei­se von Wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck nach Süd­ko­rea und Chi­na eska­liert der Wirt­schafts­krieg zwi­schen der EU und der Volks­re­pu­blik. Bei­jing hat zu Wochen­be­ginn eine Anti­dum­ping­un­ter­su­chung bezüg­lich des Exports von Schwei­ne­fleisch aus der EU in die Volks­re­pu­blik begon­nen, die Straf­zöl­le zur Fol­ge haben könn­te. Es han­delt sich um Pro­duk­te im Jah­res­wert von 2,5 Mil­li­ar­den Euro. Damit reagiert Chi­na auf die Ankün­di­gung der EU-Kom­mis­si­on, ab dem 4. Juli Straf­zöl­le in Höhe von 17,4 bis 38,1 Pro­zent auf die Ein­fuhr von Elek­tro­au­tos aus der Volks­re­pu­blik zu ver­hän­gen; sie kom­men zu den regu­lä­ren Import­zöl­len von 10 Pro­zent hin­zu. Die Maß­nah­me ist in Deutsch­land hef­tig umstrit­ten. Wäh­rend sich die gro­ßen Kfz-Kon­zer­ne ener­gisch dage­gen zur Wehr set­zen, berich­tet das Insti­tut der Deut­schen Wirt­schaft (IW), eine Umfra­ge unter rund 900 Unter­neh­men – dar­un­ter zahl­rei­che klei­ne­re und mitt­le­re – habe gezeigt, dass 80 Pro­zent von ihnen Straf­zöl­le befür­wor­te­ten. Die­se trä­fen zu gut zwei Drit­teln Fahr­zeu­ge euro­päi­scher und US-ame­ri­ka­ni­scher Her­stel­ler, die in Chi­na pro­du­zier­te Autos in die EU expor­tie­ren, dar­un­ter Tes­la und BMW.

  • Schlech­tes Kli­ma
    am Diens­tag, 18. Juni 2024 um 20:37

    (Eige­ner Bericht) – Reprä­sen­tan­ten der deut­schen Wirt­schaft war­nen vor einer vor­an­schrei­ten­den Deindus­tria­li­sie­rung und drin­gen auf Ein­schrän­kun­gen bei Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz. Wie der Prä­si­dent des Arbeit­ge­ber­ver­ban­des Gesamt­me­tall erklärt, sei­en wegen deut­lich schrump­fen­der Nach­fra­ge bis zu 50.000 Arbeits­plät­ze in der Indus­trie bedroht. Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt mel­det kon­stant zwei­stel­li­ge Wachs­tums­ra­ten – bei den Fir­men­plei­ten in Deutsch­land. Das Insti­tut der Deut­schen Wirt­schaft (IW) warnt, nicht nur der Export lah­me; auch die Pro­duk­ti­vi­tät gehe wei­ter zurück, wäh­rend die Ener­gie­prei­se immer noch über ihrem Niveau vor der jüngs­ten Ener­gie­kri­se lägen. Deutsch­land dro­he „den Anschluss“ zu ver­lie­ren, urteilt das IW. Der Bun­des­ver­band der Deut­schen Indus­trie (BDI) for­dert, „Euro­pas Wett­be­werbs­fä­hig­keit“ müs­se zur „Top-Prio­ri­tät“ wer­den; daher müs­se die künf­ti­ge EU-Kom­mis­si­on Öko­lo­gie und „Wett­be­werbs­fä­hig­keit“ bes­ser „ausbalanciere[n]“. Tei­le der deut­schen Wirt­schaft neh­men die deso­la­te Wirt­schafts­ent­wick­lung zum Anlass, um die Bun­des­re­gie­rung von rechts­au­ßen zu atta­ckie­ren und zu Wider­stand auf­zu­ru­fen; sie erhal­ten Bei­fall unter ande­rem von der AfD.

  • Zie­le klar ver­fehlt
    am Sonn­tag, 16. Juni 2024 um 23:11

    (Eige­ner Bericht) – Die im Wes­ten mit gro­ßem Ges­tus ange­kün­dig­te Ukrai­ne-Kon­fe­renz in der Schweiz ist in zen­tra­len Punk­ten geschei­tert. Trotz gro­ßem Ein­satz und der Ver­sen­dung von mehr als 160 Ein­la­dun­gen ist es ledig­lich gelun­gen, 92 Staa­ten und acht inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen zur Teil­nah­me zu bewe­gen. Dabei trat allein schon die EU in drei­er­lei Gestalt (EU-Kom­mis­si­on, Euro­päi­scher Rat, Euro­pa­par­la­ment) und mit all ihren Mit­glied­staa­ten auf. Die Abschluss­erklä­rung wie­der­um wur­de ledig­lich von 78 Staa­ten unter­zeich­net; die Schwer­ge­wich­te des Glo­ba­len Südens – etwa Indi­en, Bra­si­li­en, Süd­afri­ka, Sau­di-Ara­bi­en – ver­wei­ger­ten sich. Dies reicht nicht aus, um das Ziel zu errei­chen, das die west­li­chen Staa­ten mit der Kon­fe­renz („Frie­dens­gip­fel“) ver­folg­ten – eine erdrü­cken­de Mehr­heit für die For­de­run­gen Kiews zu schaf­fen, um Mos­kau diplo­ma­tisch unter Druck zu set­zen sowie die Ukrai­ne auf poli­ti­schem Weg in eine „Posi­ti­on der Stär­ke“ für mög­li­che Frie­dens­ge­sprä­che zu brin­gen. Der Wes­ten hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr ver­sucht, das mit einer Unter­stüt­zung der ukrai­ni­schen Mili­tär­of­fen­si­ve auf krie­ge­ri­schem Weg zu errei­chen, war damit aber geschei­tert.

  • Milei auf Euro­pa­rei­se (II)
    am Don­ners­tag, 13. Juni 2024 um 23:48

    (Eige­ner Bericht) – Argen­ti­ni­ens ultra­rech­ter Prä­si­dent Javier Milei nimmt auf Ein­la­dung der G7 an deren aktu­el­lem Gip­fel in Apu­li­en teil und steigt in Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne ein. Am Ran­de des G7-Gip­fels will Milei nicht zuletzt mit Ita­li­ens ultra­rech­ter Minis­ter­prä­si­den­tin Gior­gia Melo­ni Gesprä­che füh­ren. Die Ein­la­dung zu dem Tref­fen darf als Dank für Mileis außen­po­li­ti­sche Kehrt­wen­de ver­stan­den wer­den: Er hat die geplan­te Ein­bin­dung des Lan­des in das BRICS-Bünd­nis gestoppt und Argen­ti­ni­en statt­des­sen eng an den Wes­ten zu bin­den begon­nen. Haupt­ver­bün­de­ter sind künf­tig die USA: Eine neue außen­po­li­ti­sche Dok­trin Argen­ti­ni­ens soll auf enger Koope­ra­ti­on mit ihnen grün­den. Der gemein­sa­me Auf­bau eines Mari­ne­stütz­punkts im äußers­ten Süden des Lan­des ist geplant. Auf Betrei­ben von Milei wird Argen­ti­ni­en zudem „glo­bal part­ner“ der NATO wer­den, star­tet eine Anglei­chung der argen­ti­ni­schen Nah­ost­po­li­tik an die­je­ni­ge Isra­els – und ist in die „Ram­stein-Grup­pe“ auf­ge­nom­men wor­den, die als Waf­fen­stel­ler­grup­pe für die Ukrai­ne fun­giert. In der kom­men­den Woche wird Milei in Deutsch­land erwar­tet und wohl auch mit Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz zusam­men­tref­fen.

  • „Mos­kau nie­der­rin­gen wie im Kal­ten Krieg“
    am Mitt­woch, 12. Juni 2024 um 22:26

    (Eige­ner Bericht) – Ex-Außen­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el (SPD) schließt eine direk­te Betei­li­gung der Bun­des­wehr am Ukrai­ne-Krieg nicht aus. Der Wes­ten müs­se Russ­land „noch ein­mal so nie­der­rin­gen“ wie die Sowjet­uni­on „im Kal­ten Krieg“, ver­langt Gabri­el in einem Inter­view. Nie­mand wün­sche sich, „die Bun­des­wehr in einen Krieg füh­ren zu müs­sen“. Ste­he die Ukrai­ne aber vor der Nie­der­la­ge, dür­fe man „nichts aus­schlie­ßen“, äußert der Sozi­al­de­mo­krat auf die Fra­ge nach einem mög­li­chen Ein­satz west­li­cher Boden­trup­pen gegen Russ­land. Wäh­rend Gabri­el damit einen deut­schen Kriegs­ein­tritt für unter Umstän­den erfor­der­lich erklärt, hat die Düs­sel­dor­fer Waf­fen­schmie­de Rhein­me­tall am Ran­de der ges­tern zu Ende gegan­ge­nen Ukrai­ne-Wie­der­auf­bau­kon­fe­renz in Ber­lin erneut Ver­ein­ba­run­gen über die Her­stel­lung von Waf­fen und Muni­ti­on in der Ukrai­ne getrof­fen. Die Fer­ti­gung im ukrai­ni­schen Kriegs­ge­biet hat mitt­ler­wei­le begon­nen; ukrai­ni­sche Spe­zia­lis­ten arbei­ten dabei unter Anlei­tung deut­scher Rüs­tungs­exper­ten, die vor Ort tätig sind. Kurz vor Beginn der Wie­der­auf­bau­kon­fe­renz war der Lei­ter der ukrai­ni­schen Wie­der­auf­bau­agen­tur im Streit mit Kiew zurück­ge­tre­ten; er erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen die dor­ti­ge Regie­rung.

  • Milei auf Euro­pa­rei­se (I)
    am Mitt­woch, 12. Juni 2024 um 21:32

    (Eige­ner Bericht) – Gegen den geplan­ten Deutsch­land­be­such des ultra­rech­ten Prä­si­den­ten Argen­ti­ni­ens, Javier Milei, wer­den Pro­tes­te laut. Milei, der im Dezem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res in Bue­nos Aires an die Macht gelangt ist, trei­be mit sei­ner „bei­spiel­lo­sen“ neo­li­be­ra­len Poli­tik „wei­te Tei­le der Bevöl­ke­rung in die Armut“, heißt es in einem Offe­nen Brief eines Bünd­nis­ses von Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen an Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz. Damit gin­gen „auto­ri­tä­re und zuneh­mend repres­si­ve“ Maß­nah­men und Angrif­fe auf „Men­schen- und Frei­heits­rech­te“ ein­her. Scholz zieht es Berich­ten zufol­ge in Betracht, Milei in Ber­lin zu emp­fan­gen. Milei, gegen den sich in Argen­ti­ni­en seit sei­nen ers­ten Tagen im Amt mas­si­ve Pro­tes­te regen, löse mit sei­ner Poli­tik mitt­ler­wei­le sogar erns­te „Unru­hen“ im abge­le­ge­nen Nor­den des Lan­des aus, wird berich­tet. Anlass für sei­nen Deutsch­land­be­such ist, dass die Fried­rich-August-von-Hay­ek-Gesell­schaft ihn in zehn Tagen mit der Ver­lei­hung ihrer Hay­ek-Medail­le ehren will. Die Hay­ek-Gesell­schaft ist schon vor Jah­ren als „Mist­beet der AfD“ bezeich­net wor­den; ihr gehö­ren bis heu­te füh­ren­de AfD-Poli­ti­ker an.

  • Euro­pa auf dem Weg nach rechts (III)
    am Diens­tag, 11. Juni 2024 um 19:26

    (Eige­ner Bericht) – Nach der Euro­pa­wahl dau­ern die Bemü­hun­gen von EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ursu­la von der Ley­en um die Ein­be­zie­hung zumin­dest ein­zel­ner Par­tei­en der extre­men Rech­ten in die künf­ti­ge Mehr­heits­bil­dung im Euro­pa­par­la­ment an. Wie aus Berich­ten her­vor­geht, haben von der Ley­en und wei­te­re deut­sche Poli­ti­ker eine enge­re Koope­ra­ti­on mit den Fratel­li d’Italia, der Par­tei der ita­lie­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­tin Gior­gia Melo­ni, und even­tu­ell auch mit ihrer Par­la­ments­frak­ti­on EKR im Visier. Hin­ter­grund ist, dass die EU-Mit­glied­staa­ten und die EU-Kom­mis­si­on Schrit­te anpei­len, die mit einer gewis­sen Abkehr vom Green Deal ver­bun­den sind. Das könn­te sich in Zusam­men­ar­beit mit der grü­nen und einem Teil der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Frak­ti­on als schwer durch­setz­bar erwei­sen. Das ultra­rech­te Spek­trum hin­ge­gen ist dazu bereit. Bereits in den ver­gan­ge­nen Jah­ren konn­te die Kom­mis­si­on eine gan­ze Rei­he kli­ma­schäd­li­cher Maß­nah­men nur mit Unter­stüt­zung etwa der EKR-Frak­ti­on durchs Par­la­ment brin­gen. Debat­ten um die künf­ti­ge EU-Kom­mis­si­on und deren kon­kre­te poli­ti­sche Aus­rich­tung wer­den unter ande­rem am Ran­de des G7-Gip­fels ab Don­ners­tag in Ita­li­en erwar­tet.

  • Die nächs­te Zei­ten­wen­de
    am Mon­tag, 10. Juni 2024 um 19:55

    (Eige­ner Bericht) – Deutsch­land und Euro­pa ste­hen vor einer zwei­ten „Zei­ten­wen­de“. Dies sagt die Ber­li­ner Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik (SWP) in einer aktu­el­len Stu­die vor­aus. Dem­nach ist nach der US-Prä­si­den­ten­wahl am 5. Novem­ber nicht nur dann mit einer deut­li­chen Redu­zie­rung der US-Mili­tär­ak­ti­vi­tä­ten in Euro­pa zu rech­nen, wenn Donald Trump den Urnen­gang gewinnt, son­dern auch dann, wenn Joe Biden als Sie­ger aus ihm her­vor­geht. Auch Biden wer­de „im Zwei­fels­fall“ einem etwa­igen Krieg gegen Chi­na um Tai­wan Vor­rang vor einer fort­ge­setz­ten Unter­stüt­zung der Ukrai­ne in deren Krieg gegen Russ­land ein­räu­men, urteilt die SWP. Es wer­de daher „die Haupt­auf­ga­be“ der deut­schen Außen- und Mili­tär­po­li­tik sein, die EU bzw. die NATO-Staa­ten Euro­pas künf­tig gegen Russ­land „zu sichern“. „An die­sem Ziel“ müss­ten sich „alle Aspek­te“ der Auf­rüs­tung aus­rich­ten. Von klei­ne­ren Mili­tär­ein­sät­zen in aller Welt müs­se man daher jetzt „Abstand neh­men“. Dies ent­spricht nicht zuletzt Über­le­gun­gen in den USA, man wer­de das dro­hen­de Sze­na­rio drei­er gleich­zei­tig zu füh­ren­der Krie­ge – gegen Russ­land, in Nah- und Mit­tel­ost, gegen Chi­na – nur mit mas­siv hoch­ge­rüs­te­ten Ver­bün­de­ten gewin­nen kön­nen.