GERMAN-FOREIGN-POLICY.com Informationen zur deutschen Außenpolitik: Nachrichten + Interviews + Analysen + Hintergründe

  • Abschie­bung in den Krieg
    am Diens­tag, 17. März 2026 um 21:38

    (Eige­ner Bericht) – Die Bun­des­re­pu­blik schiebt Afgha­nen nicht nur unge­ach­tet der deso­la­ten Men­schen­rechts­la­ge am Hin­du­kusch, son­dern auch trotz immer wie­der auf­fla­ckern­der Kriegs­hand­lun­gen zwi­schen Afgha­ni­stan und Paki­stan nach Kabul ab. Ende Febru­ar führ­te sie ihren bereits drit­ten Abschie­be­flug durch; er führ­te direkt in die afgha­ni­sche Haupt­stadt und war das Ergeb­nis mona­te­lan­ger Ver­hand­lun­gen zwi­schen den deut­schen Behör­den und den Tali­ban. Der Ver­hand­lungs­pro­zess begann mit der Akkre­di­tie­rung von zwei Tali­ban-Beam­ten beim afgha­ni­schen Gene­ral­kon­su­lat in Bonn im Okto­ber ver­gan­ge­nen Jah­res. Unmit­tel­bar dar­auf folg­te der Besuch zwei­er deut­scher Beam­ter in Kabul. Gleich­zei­tig treibt die Bun­des­re­gie­rung ihren Plan vor­an, die Auf­nah­me eins­ti­ger afgha­ni­scher „Orts­kräf­te“ vor allem der Bun­des­wehr „soweit wie mög­lich“ zu been­den. Die jüngs­te Abschie­bung fand genau an dem Tag statt, an dem der Kon­flikt zwi­schen Afgha­ni­stan und Paki­stan zum Krieg eska­lier­te; die paki­sta­ni­sche Luft­waf­fe griff unter ande­rem Kabul an. Paki­stan wirft Afgha­ni­stan vor, Ter­ror­grup­pen gegen es ein­zu­set­zen, und behaup­tet, Indi­en nut­ze die afgha­ni­schen Tali­ban als Stell­ver­tre­ter in sei­nem Kon­flikt mit Islam­abad.

  • Die Stra­ße von Hor­muz
    am Mon­tag, 16. März 2026 um 21:00

    (Eige­ner Bericht) – In Ber­lin wer­den ers­te Plä­doy­ers für eine deut­sche Teil­nah­me an dem von US-Prä­si­dent Donald Trump ver­lang­ten Mari­ne­ein­satz in der Stra­ße von Hor­muz laut. Es sei „zwin­gend“, die freie Schiff­fahrt auch in der Meer­enge vor der ira­ni­schen Küs­te „mili­tä­risch zu ver­tei­di­gen“, äußert der CDU-Mili­tär­po­li­ti­ker Tho­mas Röwekamp; dabei sei „auch ein deut­scher Bei­trag not­wen­dig“. Dies läuft der Posi­ti­on der Bun­des­re­gie­rung zuwi­der, die bis­lang jeg­li­che deut­sche Betei­li­gung an etwa­igen Ope­ra­tio­nen west­li­cher Streit­kräf­te in der Stra­ße von Hor­muz ablehnt. Exper­ten wei­sen dar­auf hin, dass bis zu zwölf Kriegs­schif­fe nötig wären, um fünf bis zehn Tan­ker durch die Meer­enge zu gelei­ten. Dabei bie­te auch dies kei­ne Sicher­heit, da ira­ni­sche Trupps aus kür­zes­ter Ent­fer­nung angrei­fen könn­ten. Alter­na­tiv sei eine US-Inva­si­on an der süd­ira­ni­schen Küs­te denk­bar, die aller­dings erneut US-Boden­trup­pen in einen lang­wie­ri­gen Krieg in Mit­tel­ost ver­wi­ckeln wür­de. Par­al­lel zu den US-For­de­run­gen sucht Frank­reich eine Mari­ne­ko­ali­ti­on zu schmie­den, die unter Ein­schluss auch ara­bi­scher Staa­ten die Stra­ße von Hor­muz sichern soll, aller­dings erst nach einem Abflau­en des Kriegs, in den sie nicht invol­viert wer­den soll.

  • Unter Beschuss
    am Frei­tag, 13. März 2026 um 22:11

    (Eige­ner Bericht) – Ver­su­che der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, die Sper­rung der Stra­ße von Hor­muz mit mili­tä­ri­schen Eskor­ten von Tank­schif­fen zu bre­chen, ver­zö­gern sich und wer­den frü­hes­tens Ende März begin­nen. Dies teilt US-Ener­gie­mi­nis­ter Chris Wright mit. Zur Begrün­dung erklärt Wright: „Wir sind ganz ein­fach noch nicht vor­be­rei­tet.“ Dem­nach haben die Ver­ei­nig­ten Staa­ten Iran über­fal­len, ohne sich eine Ant­wort auf des­sen schon lan­ge ange­kün­dig­te Haupt­ab­wehr­maß­nah­me zurecht­zu­le­gen. Die Ener­gie­kri­se spitzt sich wei­ter zu; der Ölpreis über­stieg am Don­ners­tag erneut die Schwel­le von 100 US-Dol­lar pro Bar­rel. Für Deutsch­land und die EU kommt hin­zu, dass nicht nur Qatar kriegs­be­dingt als Lie­fe­rant von Flüs­sig­gas aus­fällt, son­dern womög­lich auch Russ­land, das immer noch rund ein Sieb­tel aller EU-LNG-Impor­te stellt; Mos­kau zieht es in Betracht, die Lie­fe­run­gen etwa nach Indi­en oder Ban­gla­desch umzu­lei­ten. Zugleich gera­ten zuneh­mend auch Stel­lun­gen euro­päi­scher Trup­pen in Nah- und Mit­tel­ost unter Beschuss. Die Kri­tik am Iran-Krieg nimmt in der EU zu; die Staa­ten Euro­pas könn­ten sich mit den Län­dern der Ara­bi­schen Halb­in­sel zusam­men­tun, heißt es – und dort an die Stel­le der USA tre­ten.

  • Vor dem Preis­schock
    am Don­ners­tag, 12. März 2026 um 22:27

    (Eige­ner Bericht) – Mit einer Frei­ga­be der stra­te­gi­schen Ölre­ser­ven in bis­lang nie dage­we­se­nem Umfang suchen Deutsch­land sowie die 31 ande­ren Mit­glied­staa­ten der Inter­na­tio­na­len Ener­gie-Agen­tur (IEA) den wegen des Iran-Kriegs dro­hen­den Ölman­gel zu ver­hin­dern. Die IEA-Mit­glie­der haben am gest­ri­gen Mitt­woch beschlos­sen, 400 Mil­lio­nen Bar­rel Öl frei­zu­ge­ben – ein Drit­tel der Gesamt­re­ser­ven von 1,2 Mil­li­ar­den Bar­rel. Exper­ten bezwei­feln, dass die Maß­nah­me genügt. Durch die Stra­ße von Hor­muz, die kriegs­be­dingt nicht mehr pas­sier­bar ist, wur­de vor dem Iran-Krieg rund ein Fünf­tel der glo­ba­len Ölpro­duk­ti­on gelei­tet; täg­lich feh­len laut Bran­chen­schät­zun­gen auf dem Welt­markt rund 16 Mil­lio­nen Bar­rel Öl. Eine lan­ge anhal­ten­de Sper­rung der Meer­enge dürf­te auch den Gas­preis wei­ter in die Höhe trei­ben. Öko­no­men war­nen vor einem Preis­schock, der poten­zi­ell noch stär­ker aus­fal­len könn­te als jener nach Beginn des Ukrai­ne­kriegs. Für Deutsch­land könn­ten die Fol­gen beson­ders gra­vie­rend sein: Dau­er­haft hohe Ener­gie­prei­se droh­ten Pro­duk­ti­on und Wachs­tum zu belas­ten und neue Infla­ti­ons­im­pul­se aus­zu­lö­sen, heißt es. In der EU ist ein Mari­ne­ein­satz in der Stra­ße von Hor­muz im Gespräch.

  • Ungarns Wahl zwi­schen Brüs­sel und Washing­ton
    am Mitt­woch, 11. März 2026 um 20:28

    (Eige­ner Bericht) – Die im April bevor­ste­hen­den Par­la­ments­wah­len in Ungarn wer­den zuneh­mend zum Gegen­stand eines trans­at­lan­ti­schen Macht­kampfs. Wäh­rend die EU und ins­be­son­de­re Deutsch­land auf eine Ablö­sung von Minis­ter­prä­si­dent Vik­tor Orbán drän­gen, erhält die­ser Unter­stüt­zung aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. In Brüs­sel gilt Orbán wegen sei­ner Ukrai­ne-Poli­tik, aktu­ell ins­be­son­de­re wegen sei­ner Blo­cka­de eines beschleu­nig­ten EU-Bei­tritts der Ukrai­ne, als Hin­der­nis für zen­tra­le stra­te­gi­sche Pro­jek­te der Uni­on. Hoff­nung set­zen Ber­lin und die EU daher auf die Oppo­si­ti­ons­par­tei TISZA unter Péter Magyar, der Ungarns Ver­hält­nis zur EU sta­bi­li­sie­ren soll. Aller­dings wird Magyar, ein ehe­ma­li­ger Poli­ti­ker von Orbáns Par­tei Fidesz, von Beob­ach­tern häu­fig als ein „jün­ge­rer Orbán“ beschrie­ben, der sich nicht in jeder Hin­sicht den For­de­run­gen aus Brüs­sel bereit­wil­lig fügen wer­de. Washing­ton hin­ge­gen stärkt Orbán demons­tra­tiv den Rücken, der aus Sicht der USA zen­tra­le Ele­men­te ihrer Natio­na­len Sicher­heits­stra­te­gie in Euro­pa ver­tritt; die­se sehen vor, in Euro­pa die äußers­te Rech­te zu stär­ken. Damit wird die Wahl zu einer Ent­schei­dung über Ungarns vor­ran­gi­ge außen­po­li­ti­sche Ori­en­tie­rung zwi­schen Brüs­sel und Washing­ton.

  • „Eine inak­zep­ta­ble Aggres­si­on“
    am Diens­tag, 10. März 2026 um 20:53

    (Eige­ner Bericht) – Vor­wür­fe aus den inne­ren Macht­zir­keln der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te gegen­über den USA wer­fen ein Schlag­licht auf die Posi­tio­nie­rung der euro­päi­schen Staa­ten im Iran-Krieg. Bereits in der ver­gan­ge­nen Woche kri­ti­sier­te der emi­ra­ti­sche Mil­li­ar­där Khal­af Ahmad al Hab­to­or mit Blick auf Schä­den, die ira­ni­scher Beschuss in sei­nem Land ver­ur­sacht, die Trump-Admi­nis­tra­ti­on habe die Län­der der Ara­bi­schen Halb­in­sel „ins Zen­trum einer Gefahr“ gebracht, „die sie nicht gewählt haben“: „Wer hat Ihnen die Erlaub­nis gege­ben, unse­re Regi­on in ein Schlacht­feld zu ver­wan­deln?“ Die Emi­ra­te sei­en trotz der erwähn­ten Schä­den nicht bereit, in den Krieg gegen Iran ein­zu­tre­ten. Letz­te­res bestä­ti­gen nicht nament­lich genann­te Regie­rungs­mit­ar­bei­ter aus den Emi­ra­ten, die erklä­ren, in der Zeit nach dem Krieg wer­de man einen neu­en Aus­gleich mit Tehe­ran suchen. Al Hab­to­or, dem emi­ra­ti­schen Macht­zen­trum nahe­ste­hend, hält in Rich­tung USA fest: „Wir brau­chen euren Schutz nicht.“ Paris, sich als Alter­na­ti­ve zu Washing­ton insze­nie­rend, hat sich in den Emi­ra­ten an der Abwehr ira­ni­schen Beschus­ses betei­ligt und ent­sen­det nun wei­te­re Kriegs­schif­fe in die Regi­on. Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz geht vor­sich­tig auf Distanz zu Washing­ton.

  • Euro­pas Bei­trag zum Krieg
    am Sonn­tag, 8. März 2026 um 23:41

    (Eige­ner Bericht) – Mit der Ent­sen­dung von Trup­pen in den Nahen und Mitt­le­ren Osten und mit der Frei­ga­be von Mili­tär­stütz­punk­ten für US-Kampf­jets unter­stüt­zen Deutsch­land und wei­te­re NATO-Staa­ten Euro­pas den Krieg der USA und Isra­els gegen Iran. Zu den Stütz­punk­ten, die die US-Streit­kräf­te nut­zen dür­fen, zählt die Mili­tär­ba­sis Ram­stein. Dass die Bun­des­re­gie­rung dies erlau­be, bre­che inter­na­tio­na­les Recht, beto­nen Exper­ten. Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich wol­len Flug­zeug­trä­ger in das Öst­li­che Mit­tel­meer oder sogar an den Per­si­schen Golf schi­cken; die Nie­der­lan­de, Spa­ni­en und Grie­chen­land ent­sen­den Fre­gat­ten. Ziel ist es vor­läu­fig, Droh­nen und Rake­ten aus Iran abzu­fan­gen und vor allem das EU-Mit­glied Zypern zu schüt­zen; damit hal­ten Euro­pas NATO-Staa­ten den USA und Isra­el den Rücken frei. Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz dringt gleich­zei­tig auf ein bal­di­ges Kriegs­en­de. Grün­de sind die Sor­ge um die Ver­sor­gung Deutsch­lands mit Roh­stof­fen – dar­un­ter Öl und Gas – sowie die Furcht vor einer Flucht zahl­rei­cher Ira­ner nach Euro­pa, falls das Land in einem blu­ti­gen Bür­ger­krieg ver­sinkt. Einen Bür­ger­krieg aus­zu­lö­sen ist eine der Stra­te­gien, die die USA und Isra­el zu rea­li­sie­ren dro­hen.

  • Der Hoo­li­gan im Sta­te Depart­ment
    am Frei­tag, 6. März 2026 um 22:38

    (Eige­ner Bericht) – Poli­ti­ker der AfD und wei­te­rer ultra­rech­ter Par­tei­en aus Euro­pa bau­en auf einer aktu­el­len Kon­fe­renz in Washing­ton ihre Netz­wer­ke in das US-Reprä­sen­tan­ten­haus aus. Die Kon­fe­renz unter dem Mot­to „Alli­ance of Sove­reign Nati­ons“, die als „eine Art Anti-Davos“ ange­kün­digt wur­de, ist von der Repu­bli­ka­ner-Abge­ord­ne­ten Anna Pau­li­na Luna initi­iert wor­den, die seit Herbst 2025 enge Bezie­hun­gen zur AfD knüpft. Zudem unter­stützt Luna den Ver­such einer AfD-nahen deut­schen Akti­vis­tin, die sich als Opfer staat­li­cher Ver­fol­gung in Deutsch­land insze­niert, poli­ti­sches Asyl in den USA zu erlan­gen. Par­al­lel agi­tiert eine Unter­staats­se­kre­tä­rin aus dem US-Außen­mi­nis­te­ri­um gegen die angeb­li­che Aus­he­be­lung der Mei­nungs­frei­heit für Rech­te in Euro­pa. Sarah Rogers zielt damit nicht zuletzt auf den Digi­tal Ser­vices Act (DSA) der EU, der US-Inter­neto­lig­ar­chen wie Elon Musk ein Dorn im Auge ist. Rogers hat gleich­falls Kon­takt zu AfD-Poli­ti­kern auf­ge­nom­men. Berich­ten zufol­ge soll sie Mit­tel des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums an Trump nahe­ste­hen­de Orga­ni­sa­tio­nen in Euro­pa ver­tei­len. Das Minis­te­ri­um hat kürz­lich eine viel­fach vor­be­straf­te Gali­ons­fi­gur des ultra­rech­ten bri­ti­schen Hoo­li­gan­mi­lieus zu Gesprä­chen emp­fan­gen.

  • Haupt­rüs­tungs­trei­ber Deutsch­land
    am Don­ners­tag, 5. März 2026 um 21:55

    (Eige­ner Bericht) – Euro­pa ist gegen­wär­tig der stärks­te Rüs­tungs­trei­ber welt­weit, Deutsch­land der bedeu­tends­te Rüs­tungs­trei­ber in Euro­pa. Dies geht aus einer aktu­el­len Ana­ly­se der Lon­do­ner Denk­fa­brik Inter­na­tio­nal Insti­tu­te for Stra­te­gic Stu­dies (IISS) her­vor. Dem­nach hat Euro­pa sei­ne Mili­tär­aus­ga­ben im ver­gan­ge­nen Jahr um 12,6 Pro­zent gestei­gert, Deutsch­land sogar um 18 Pro­zent; der glo­ba­le Durch­schnitt lag bei 2,5 Pro­zent. Auf Euro­pa ent­fal­len damit 21 Pro­zent aller Auf­wen­dun­gen für die Streit­kräf­te welt­weit; auf Deutsch­land könn­ten, wenn Ber­lin den Wehr­etat auf 150 Mil­li­ar­den Euro 2029 erhöht, fast sechs Pro­zent ent­fal­len. Die Bun­des­re­pu­blik stellt ein Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung. Wie das IISS fest­hält, gelingt es den Staa­ten Euro­pas zuneh­mend, ihre Rüs­tung bei hei­mi­schen Waf­fen­schmie­den pro­du­zie­ren zu las­sen, um von US-Rüs­tungs­kon­zer­nen unab­hän­gi­ger zu wer­den. Aus­nah­men sind – frei­lich beson­ders teu­re – Pro­duk­te der mili­tä­ri­schen Luft- und Raum­fahrt­bran­che, so etwa F‑35-Kampf­jets aus den USA. Das Ziel, einen Rüs­tungs­boom zu ent­fa­chen, wird laut Exper­ten wohl ver­fehlt. Dafür wären laut Öko­no­men hohe Inves­ti­tio­nen in die Bil­dung nütz­lich. Die aber ist dra­ma­tisch unter­fi­nan­ziert.

  • Deutsch­lands nuklea­re Fra­ge
    am Mitt­woch, 4. März 2026 um 19:43

    (Eige­ner Bericht) – Die deutsch-fran­zö­si­schen Plä­ne für den Auf­bau eines euro­päi­schen „Nukle­ar­schirms“ schrei­ten vor­an. Frank­reich wird laut Aus­sa­ge von Prä­si­dent Emma­nu­el Macron die Forces aéri­en­nes stra­té­giques – die Ein­hei­ten der fran­zö­si­schen Luft­waf­fe, die für einen etwa­igen Ein­satz von Atom­waf­fen vor­ge­se­hen sind – in Zukunft in ande­re Län­der Euro­pas ver­le­gen. Dies ver­schaf­fe der fran­zö­si­schen nuklea­ren Abschre­ckung „neue stra­te­gi­sche Tie­fe“, erklärt Macron. Zudem bestä­ti­ge es die „euro­päi­sche Dimen­si­on“ der „vita­len Inter­es­sen“ Frank­reichs. Dass Letz­te­re betrof­fen sind, ist zen­tra­le Vor­aus­set­zung für einen fran­zö­si­schen Atom­waf­fen­ein­satz. Deutsch­land ist laut Macron „Schlüs­sel­part­ner“ bei der „fort­ge­schrit­te­nen Abschre­ckung“, die der fran­zö­si­sche Prä­si­dent am Mon­tag offi­zi­ell bekannt­gab. Eine deutsch-fran­zö­si­sche „nuklea­re Steue­rungs­grup­pe“ ist bereits ein­ge­rich­tet wor­den. Noch in die­sem Jahr soll sich die Bun­des­wehr an fran­zö­si­schen Atom­kriegs­übun­gen betei­li­gen. Weil auch Frank­reichs aktu­el­le Nukle­ar­stra­te­gie den betei­lig­ten Staa­ten Euro­pas kei­ne fes­te Ver­tei­di­gungs­ga­ran­tie bie­tet, wer­den in Deutsch­land erneut For­de­run­gen nach einer „deut­schen Bom­be“ laut.