GERMAN-FOREIGN-POLICY.com Informationen zur deutschen Außenpolitik: Nachrichten + Interviews + Analysen + Hintergründe

  • „Die Zeche für bei­des zah­len“
    am Mitt­woch, 29. April 2026 um 19:55

    Über die seit mehr als einem Jahr andau­ern­de Pro­test­wel­le in Bel­gi­en gegen den Abbau von Arbei­ter­rech­ten und Sozi­al­stan­dards sprach german-foreign-policy.com mit Peter Mer­tens. Mer­tens ist Buch­au­tor und Gene­ral­se­kre­tär der Par­tei der Arbeit Bel­gi­ens (PVDA-PTB), die sich an den von den Gewerk­schaf­ten geführ­ten Demons­tra­tio­nen und Streiks von Anfang an betei­ligt hat und aktu­ell in Wahl­um­fra­gen in der Haupt­stadt­re­gi­on Brüs­sel mit gut einem Vier­tel der Stim­men stärks­te Par­tei ist. Mer­tens urteilt, der Zusam­men­hang zwi­schen den Sozi­al­pro­tes­ten und dem Kampf gegen die Mili­ta­ri­sie­rung lie­ge auf der Hand: „Es sind die­sel­ben Men­schen, die die Zeche für bei­des zah­len“; das las­se sich „kaum noch igno­rie­ren“. Bei den Pro­tes­ten gehe es nicht zuletzt dar­um, „das Ver­trau­en der Men­schen in ihre kol­lek­ti­ve Stär­ke“ wie­der­her­zu­stel­len. Mer­tens erin­nert dar­an, dass 1945 selbst im Wes­ten die Macht rie­si­ger Kon­zer­ne als eine der Haupt­ur­sa­chen für die Mili­ta­ri­sie­rung und den Krieg galt. In Kür­ze wird sein Buch „De laats­te dagen van het oude norm­aal“ („Die letz­ten Tage der alten Nor­ma­li­tät“) erschei­nen. Zuletzt ver­öf­fent­lich­te er sein Werk „Muti­ny“ („Meu­te­rei“).

  • Die Mili­ta­ri­sie­rung der Welt
    am Diens­tag, 28. April 2026 um 21:04

    (Eige­ner Bericht) – Deutsch­land treibt mit einer zwei­stel­li­gen Stei­ge­rung sei­nes Mili­tär­haus­halts die Hoch­rüs­tung Euro­pas an, Euro­pa for­ciert mit einer gleich­falls zwei­stel­li­gen Auf­sto­ckung sei­ner Streit­kräf­teetats die Hoch­rüs­tung der Welt: Das ist eines der Resul­ta­te der jüngs­ten Ana­ly­se des For­schungs­in­sti­tuts SIPRI zur Ent­wick­lung der glo­ba­len Rüs­tungs­aus­ga­ben. SIPRI zufol­ge stie­gen die Aus­ga­ben für die Bun­des­wehr 2025 um 24 Pro­zent auf 114 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, wäh­rend Euro­pas Auf­wen­dun­gen für die Armeen des Kon­ti­nents um 14 Pro­zent wuch­sen. Damit ste­hen Deutsch­land und die euro­päi­schen Staa­ten an der Spit­ze des Rüs­tungs­booms welt­weit, der die glo­ba­len Aus­ga­ben für das Mili­tär im ver­gan­ge­nen Jahr um 2,9 Pro­zent auf 2,887 Bil­lio­nen US-Dol­lar in die Höhe getrie­ben hat. Damit wur­den erst­mals 2,5 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung aller Staa­ten zusam­men­ge­nom­men für Waf­fen ver­schwen­det, wäh­rend wei­ter­hin nahe­zu ein Zehn­tel der Welt­be­völ­ke­rung in extre­mer Armut lebt und die Krie­ge, zu denen die Hoch­rüs­tung führt, Hun­ger und Elend wei­ter for­cie­ren. Auch in Deutsch­land und der EU ist rund ein Fünf­tel der Bevöl­ke­rung von Armut bedroht. Sozi­al­kür­zun­gen zuguns­ten der Hoch­rüs­tung ste­hen bevor.

  • Schei­tern ohne Ende
    am Mon­tag, 27. April 2026 um 20:30

    (Eige­ner Bericht) – Deutsch­land und Frank­reich zögern das schon sicher geglaub­te Schei­tern des Kampf­jet­pro­gramms FCAS (Future Com­bat Air Sys­tem) noch wei­ter hin­aus. Wie am Frei­tag nach dem EU-Gip­fel in Zypern bekannt wur­de, sol­len die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­en bei­der Län­der erneut ver­su­chen, Schrit­te zur Ret­tung des Vor­ha­bens zu unter­neh­men. Details zu etwa­igen Optio­nen wur­den, falls sie über­haupt exis­tie­ren, nicht bekannt. Seit dem Start des Pro­jekts im Jahr 2017 war das FCAS von Ver­zö­ge­run­gen geprägt, die unter ande­rem auf Dif­fe­ren­zen hin­sicht­lich der Auf­tei­lung der Arbei­ten, der Tech­no­lo­gien und des Pro­fits zurück­zu­füh­ren waren. Abge­se­hen davon spie­geln sich im Streit um das Pro­jekt auch zwei recht unter­schied­li­che stra­te­gi­sche Aus­rich­tun­gen der bei­den Län­der wider: Wäh­rend Deutsch­land sich von Fra­gen der Inter­ope­ra­bi­li­tät in NATO-Struk­tu­ren sowie der Kom­pa­ti­bi­li­tät mit US-Sys­te­men lei­ten lässt, ver­folgt Frank­reich eine Mili­tär­stra­te­gie, die auf von den USA völ­lig unab­hän­gi­ge Ope­ra­tio­nen zielt. Ein Ein­ge­ständ­nis des Schei­terns wäre ein schwe­rer Schlag für die Bestre­bun­gen der euro­päi­schen Mäch­te, mili­tä­risch ohne die Ver­ei­nig­ten Staa­ten hand­lungs­fä­hig zu wer­den. Es wird daher ver­scho­ben.

  • Zurück nach Preu­ßen
    am Frei­tag, 24. April 2026 um 21:16

    (Eige­ner Bericht) – Immer mehr Unter­neh­men des schwer in die Kri­se gera­te­nen deut­schen Maschi­nen­baus suchen sich per Hin­wen­dung zur Rüs­tungs­pro­duk­ti­on vor Ver­lus­ten oder gar einem Bank­rott zu ret­ten. Dies hat die dies­jäh­ri­ge Han­no­ver Mes­se bestä­tigt, die am heu­ti­gen Frei­tag zu Ende geht. Erst­mals gab es dort einen eige­nen Bereich für Unter­neh­men, die als Zulie­fe­rer in die Her­stel­lung von Waf­fen aller Art inte­griert sind. Die Kri­se des Maschi­nen­baus ver­stärkt sich zuse­hends; die Pro­duk­ti­on bricht ein, die Zahl der Beschäf­tig­ten schrumpft kon­ti­nu­ier­lich. Als Aus­weg bie­tet sich die Umstel­lung auf Rüs­tungs­gü­ter an. So erklärt ein Her­stel­ler von Maschi­nen zur Zünd­ker­zen­fer­ti­gung, sei­ne Maschi­nen lie­ßen sich leicht für die Fer­ti­gung von Patro­nen­hül­sen trans­for­mie­ren. Dabei wird als Vor­teil ein­ge­stuft, dass die inzwi­schen sehr star­ke chi­ne­si­sche Kon­kur­renz für Rüs­tungs­auf­trä­ge nicht in Fra­ge kommt. Der Rüs­tungs­an­teil im Maschi­nen­bau kön­ne leicht auf das Dop­pel­te stei­gen, heißt es in der Bran­che. Die Mili­ta­ri­sie­rung der Wirt­schaft zieht auch den Arbeits­all­tag der Beschäf­tig­ten in ihren Bann und macht eine zuneh­men­de Anzahl an Men­schen mate­ri­ell abhän­gig von Rüs­tung und Mili­tär – auch in ande­ren Bran­chen.

  • Die „euro­päi­sche Füh­rungs­rol­le“ der Bun­des­wehr
    am Mitt­woch, 22. April 2026 um 22:44

    (Eige­ner Bericht) – Das Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um legt erst­mals in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik eine aus­for­mu­lier­te Mili­tär­stra­te­gie für die Bun­des­wehr vor. Das Papier, des­sen Haupt­ele­men­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us am Mitt­woch öffent­lich vor­stell­te, bekräf­tigt das Vor­ha­ben, die Bun­des­wehr sol­le bis 2035 zur „stärks­ten kon­ven­tio­nel­len Armee in Euro­pa“ wer­den. Auch müs­se sie „ihre euro­päi­sche Füh­rungs­rol­le fes­ti­gen“. Von einer nicht bloß „inno­va­ti­ven“, son­dern künf­tig „tech­no­lo­gisch über­le­ge­nen“ Streit­macht ist die Rede. Ent­spre­chend sieht ein neu­es Fähig­keits­pro­fil für die Bun­des­wehr nicht bloß eine mas­si­ve Auf­rüs­tung mit weit­rei­chen­den Waf­fen, son­dern auch eine „Nut­zung von Auto­ma­ti­sie­rung und auto­no­men Fähig­kei­ten“ in der künf­ti­gen Krieg­füh­rung vor. Damit ist unter ande­rem ein brei­ter Ein­satz von KI durch die Trup­pe gemeint. Spä­tes­tens im Jahr 2035 soll die Bun­des­wehr gemein­sam mit der Reser­ve eine Stär­ke von gut 460.000 Sol­da­ten errei­chen. Die Reser­ve ist dabei auch als „Brü­cke“ in die Zivil­ge­sell­schaft zuguns­ten einer sozia­len Mili­ta­ri­sie­rung kon­zi­piert. Mit den Maß­nah­men will die Bun­des­re­pu­blik auch mili­tä­risch zur Zen­tral­macht Euro­pas wer­den. Dies fes­tigt ihre Domi­nanz über den Kon­ti­nent.

  • Orbáns Erbe, Magyars Kurs
    am Mitt­woch, 22. April 2026 um 21:28

    (Eige­ner Bericht) – Nach dem Erd­rutsch­sieg von Péter Magyars Par­tei Tis­za bei der Wahl in Ungarn zeich­nen sich ers­te Dif­fe­ren­zen zur Poli­tik der EU und zu Inter­es­sen deut­scher Kon­zer­ne ab. Magyar hat eine fes­te Ver­an­ke­rung des Lan­des in EU und NATO zuge­sagt und die Ein­füh­rung des Euro in den Blick genom­men; zudem setzt er in sei­nem desi­gnier­ten Kabi­nett auf Mana­ger gro­ßer Kon­zer­ne mit trans­at­lan­ti­scher Erfah­rung. Damit zeich­net sich eine Abkehr von der Zusam­men­ar­beit des schei­den­den Minis­ter­prä­si­den­ten Vik­tor Orbán mit Russ­land ab. Zugleich kri­ti­siert Magyar Sub­ven­tio­nen für Groß­kon­zer­ne und will die unga­ri­sche Wirt­schaft diver­si­fi­zie­ren; damit geht er auf Distanz zu deut­schen Unter­neh­men, die jah­re­lang von der poli­ti­schen und auch finan­zi­el­len Unter­stüt­zung der Regie­rung Orbán pro­fi­tier­ten. Knapp 6.000 deut­sche Unter­neh­men sind in Ungarn tätig und haben das Land in einen zen­tra­len Teil des indus­tri­el­len Hin­ter­hofs der Bun­des­re­pu­blik trans­for­miert. Magyar lehnt zudem den EU-Migra­ti­ons­pakt ab. Brüs­sel macht Druck: Bis August muss Ungarn 25 Reform­auf­la­gen der EU-Kom­mis­si­on erfül­len, um wäh­rend Orbáns Amts­zeit ein­ge­fro­re­ne För­der­gel­der frei­zu­be­kom­men.

  • „Nicht der Kai­ser der Welt“
    am Mon­tag, 20. April 2026 um 22:37

    (Eige­ner Bericht) – Deutsch­land und Bra­si­li­en bau­en ihre Koope­ra­ti­on aus und neh­men neue gemein­sa­me Pro­jek­te ins­be­son­de­re auf dem Roh­stoff­sek­tor sowie in der Rüs­tungs­bran­che in den Blick. Dies ist ein Ergeb­nis der Gesprä­che, die Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz sowie Bra­si­li­ens Prä­si­dent Luis Iná­cio Lula da Sil­va am gest­ri­gen Mon­tag in Han­no­ver führ­ten. Unter ande­rem wird Bra­si­li­ens Mari­ne, die schon vier Fre­gat­ten bei dem deut­schen Kriegs­schiff­bau­er TKMS in Auf­trag gege­ben hat, vier wei­te­re Exem­pla­re kau­fen. Den Rah­men der Ver­hand­lun­gen bil­de­ten die Han­no­ver Mes­se, deren dies­jäh­ri­ges Gast­land Bra­si­li­en ist, sowie die drit­ten deutsch-bra­si­lia­ni­schen Regie­rungs­kon­sul­ta­tio­nen. Ursa­che für die Inten­si­vie­rung der Zusam­men­ar­beit ist nicht zuletzt, dass US-Prä­si­dent Donald Trump Bra­sí­lia mas­siv unter Druck setzt. Zum einen for­dert er exklu­si­ven Zugriff auf die Vor­rä­te des Lan­des an Sel­te­nen Erden. Zum ande­ren sucht sei­ne Regie­rung direk­ten Ein­fluss auf die Prä­si­dent­schafts­wahl in Bra­si­li­en im Okto­ber zu neh­men. Lula ist um Rücken­de­ckung gegen die US-Über­grif­fe bemüht, plä­diert expli­zit für Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und pro­tes­tiert: „Trump wur­de nicht zum Kai­ser der Welt gewählt.“

  • Lang­stre­cken­droh­nen für die Ukrai­ne
    am Mon­tag, 20. April 2026 um 18:33

    (Eige­ner Bericht) – Die ver­stärk­te Pro­duk­ti­on von Droh­nen in Deutsch­land und wei­te­ren Staa­ten West­eu­ro­pas für die Streit­kräf­te der Ukrai­ne löst rus­si­sche Dro­hun­gen gegen die Stand­or­te aus. In der ver­gan­ge­nen Woche haben meh­re­re deut­sche Fir­men die Grün­dung neu­er Joint Ven­tures mit ukrai­ni­schen Droh­nen­her­stel­lern ange­kün­digt. Unter ande­rem will das Soft­ware-Start­up Auter­ion gemein­sam mit der ukrai­ni­schen Air­lo­gix in einem Werk bei Mün­chen Droh­nen her­stel­len, die eine Reich­wei­te von 1.000 bis 1.500 Kilo­me­tern haben. Damit kön­nen sie Zie­le tief im rus­si­schen Hin­ter­land angrei­fen. Mit der­lei Angrif­fen haben die ukrai­ni­schen Streit­kräf­te Russ­land zuletzt her­be Schä­den zuge­fügt – so etwa an wich­ti­gen Erd­öl­an­la­gen. Der deut­sche Stand­ort von Air­lo­gix fin­det sich auf einer Lis­te von 21 Unter­neh­men in meh­re­ren Län­dern Euro­pas, von denen es heißt, sie zögen mit ihrer Waf­fen­pro­duk­ti­on ihre Stand­ort­staa­ten „in einen Krieg mit Russ­land hin­ein“. Bis­her hat bloß die Ukrai­ne Angrif­fe auf rus­si­sche Zie­le in Dritt­staa­ten geführt – auf Tank­schif­fe im Mit­tel­meer. Russ­land könn­te die Pra­xis nach­ah­men und eben­so Zie­le in Dritt­staa­ten atta­ckie­ren – etwa Fir­men, die Angrif­fe auf sein Ter­ri­to­ri­um ermög­li­chen.

  • Mari­ne­plä­ne für Mit­tel­ost
    am Don­ners­tag, 16. April 2026 um 23:10

    (Eige­ner Bericht) – Die Bun­des­re­gie­rung berei­tet eine Teil­nah­me der Bun­des­wehr an dem von Frank­reich geplan­ten Mari­ne­ein­satz zur Siche­rung der Stra­ße von Hor­muz vor. Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz will dies, wie am Don­ners­tag berich­tet wur­de, am heu­ti­gen Frei­tag in Paris offi­zi­ell mit­tei­len. Dort fin­det ein Tref­fen zur Vor­be­rei­tung des Ein­sat­zes statt. Die­ser soll aller­dings erst nach dem Ende des Irankriegs begin­nen und strikt defen­siv sein. Frank­reich posi­tio­niert sich mit ihm als mög­li­che ergän­zen­de oder alter­na­ti­ve Schutz­macht für die ara­bi­schen Golf­staa­ten. Bei die­sen nimmt gegen­wär­tig der Unmut über die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu, die schon seit Jahr­zehn­ten als ihre Schutz­macht auf­tre­ten, heu­te aber kei­nen wirk­sa­men Schutz mehr leis­ten und zudem die Regi­on in den Irankrieg gestürzt haben. US-Exper­ten wei­sen dar­auf hin, dass die Schä­den, die Iran den US-Stütz­punk­ten in Mit­tel­ost zuge­fügt hat, so schwer sind, dass ihre wei­te­re Nut­zung für Washing­ton nicht mehr unum­strit­ten ist. Wäh­rend Paris den Mari­ne­ein­satz zur Siche­rung der Stra­ße von Hor­muz ohne die USA durch­füh­ren will, plä­diert Ber­lin für die Ein­bin­dung der US-Streit­kräf­te – aller­dings womög­lich nicht in Kom­man­do­funk­ti­on.

  • Koh­len­stoff-Gigan­ten vor Gericht
    am Don­ners­tag, 16. April 2026 um 20:23

    (Eige­ner Bericht) – Land­wir­te aus Paki­stan ver­kla­gen zwei deut­sche Unter­neh­men, RWE und Hei­del­berg Mate­ri­als, wegen töd­li­cher Aus­wir­kun­gen durch sie mit­ver­ur­sach­ter Koh­len­stoff­emis­sio­nen. Die beim Amts­ge­richt Hei­del­berg ein­ge­reich­te Kla­ge („Cli­ma­te Cost Case Paki­stan“) for­dert eine Teil­ent­schä­di­gung für die Ver­lus­te, die 39 paki­sta­ni­schen Bau­ern durch die Flut­ka­ta­stro­phe im Jahr 2022 ent­stan­den sind. Die Flu­ten – die schlimms­ten in der Geschich­te Paki­stans – for­der­ten über 1.700 Todes­op­fer, ver­trie­ben rund 33 Mil­lio­nen Men­schen und füg­ten der Wirt­schaft des Lan­des einen Gesamt­scha­den von 30 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu. Sie gel­ten als Fol­ge des Kli­ma­wan­dels. RWE und Hei­del­berg Mate­ri­als zäh­len zu den etwas mehr als 100 Unter­neh­men welt­weit, die zusam­men für fast 70 Pro­zent der his­to­ri­schen indus­tri­el­len Treib­haus­gas­emis­sio­nen ver­ant­wort­lich sind. Die Kla­ge stützt sich auf den Rechts­grund­satz, dass zah­len muss, wer Scha­den ver­ur­sacht hat. Bereits im Jahr 2015 war eine ähn­li­che Kla­ge gegen RWE von einem perua­ni­schen Bau­ern ein­ge­reicht wor­den. Obwohl sie letzt­lich abge­wie­sen wur­de, ent­schied das zustän­di­ge deut­sche Gericht, dass Unter­neh­men im Prin­zip für bestimm­te kli­ma­be­ding­te Schä­den haft­bar gemacht wer­den kön­nen.